
Atelier Edda Dietrich

Einladung zum Gespräch besonders - aber nicht nur - an Erstwähler
Am Freitag 17. April: „Aktion Volksabstimmung“ in der Innenstadt - ab 19.30 Uhr Information und Gespräch in der Galerie Langenohl
In diesem Jahr feiern wir 60 Jahre Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland. Wir feiern den Neubeginn der Demokratie nach Jahren einer mehrheitlichen Billigung totalitärer Machtkonzentration, die das deutsche Volk im Sumpf grausamster Unmenschlichkeit versinken ließ.
Ab 1945 begannen die Alliierten Westmächte diesen Sumpf auszutrocknen, wurden die Deutschen wieder auf den Boden der Demokratie gestellt. Vertreterinnen und Vertreter des deutschen Volkes waren aufgefordert, eine stimmige Form, die jedem Menschen die Unantastbarkeit seiner Würde garantieren würde, zu finden, zu formulieren und verbindlich festzuschreiben: Das Grundgesetz wurde im Mai 1949 geboren. Das ist Grund zum Feiern. Aber es ist auch Grund zu prüfen, ob dieser Boden nicht immer auch frischen Dünger benötigt.
Edda Dietrich: „Wir stehen in der Idee von Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit. Das ist die zukunftsfähigste Ausgangsposition, die wir je hatten: Wir, die Bürgerinnen und Bürger sind der Souverän, von uns geht alle Staatsgewalt aus. Diese Staatsform soll eine erneutes Versinken in Unrecht und Unmenschlichkeit verhindern. Sie ist der Boden, der die gleichmäßige Verteilung der Kräfte, ein soziales und gleichberechtigtes Miteinander gewährleistet; sie ist der zu kultivierende Garten, in dem Gerechtigkeit und Menschlichkeit wachsen können. Doch haben wir das hohe Ideal der Volkssouveränität nicht zu einer bequemen Selbstverständlichkeit verkommen lassen? Ist die Verteilung der Macht, in diesem Sinn ausgewogen? Haben wir Bürger uns nicht zum unbeteiligten Zuschauer der Demokratie degradieren lassen?“
Der 26jährige Fabian Hanneforth (vom Landesvorstand Mehr Demokratie NRW e.V. und Mitarbeiter der Internetplattform „abgeordnetenwatch.de") unterstreicht: „Gerade junge Menschen fragen: Warum soll ich mich für etwas interessieren, an dem ich sowieso nicht wirklich beteiligt bin? Als Konsequenz aus diesem Fühlen und Erfahren sind nur wenige ausreichend informiert in Fragen der Demokratie, handeln allzu wenige in ihr. Ich meine, die Demokratie braucht immer auch neue und lebendige Ideen. Ist nicht auch sie entwicklungsbedürftig ebenso wie wir Menschen? Leben ist Bewegung, ist Wandlung. Was sich nicht entwickeln kann, das stirbt.“
Edda Dietrich: „Diese Politikverdrossenheit legt sich über alle Altersgruppen. Meine Frage ist: Warum ist das so? Noch nie waren die gesellschaftlichen Fragen, die zu bewegen und entscheiden sind, von so weitreichender Bedeutung wie heute. Sie zu beackern war aber auch noch nie so spannend. Im Alltag aber versenken immer mehr Bürgerinnen und Bürger ihre Köpfe zwischen den Schultern und äußern resigniert: Ach, die da oben machen doch sowieso, was sie wollen.
Aus diesem Dilemma führt sicher nicht nur der eine Weg heraus. Aber ich denke, die Voraussetzung, ist, dass wir uns bewusst werden, dass jeder Einzelne von uns die Verantwortung trägt, dass unsere Stimme, aber vor allem unser Mitbestimmen notwendig ist, um ein gerechtes und lebendiges Kräfteverhältnis herzustellen. Wenn wir nicht nur alle vier Jahre unsere Stimme bei Wahlen im wahrsten Sinne des Wortes wie einen Blankocheck abgeben würden, wenn wir in Fragen unseres Lebens und Zusammenlebens mitbestimmen und abstimmen könnten, dann würde das Interesse an gesellschaftlichen Fragen und Handeln wieder wachsen. Der Clou dabei ist, dass dieses Recht auf Abstimmung bereits im Artikel 20 in unserem Grundgesetz verankert ist. Es liegt an uns, dieses demokratische Instrument gegenüber der Bundesregierung einzufordern. Demokratie, das ist ein Garten, der gepflegt werden will, in dem du und ich die Gärtner sind. Dieser Aufforderung geben wir in der Aktion Volksabstimmung Ausdruck und laden alle Bürgerinnen und Bürger ein, dies ebenso zu tun und mitzumachen.“
Aus diesem Grund sind Edda Dietrich, Fabian Hanneforth und eine Gruppe weiterer Mitglieder und Aktivisten von „Mehr Demokratie NRW e. V.“ am Freitag, 17. April ab 10 Uhr im Bereich des Wochenmarktes und der Fußgängerzonen mit der Aktion Volksabstimmung in Meinerzhagen unterwegs und laden am Abend zum Vortrag und Gespräch in die Galerie Langenohl, Zur Alten Post 9, ein.
Fabian Hanneforth wird ab 19.30 Uhr interessierten Menschen die Gelegenheit geben, sich ausführlich über die Aktion Volksabstimmung zu informieren und in einen regen Austausch über das Für und Wider zu kommen. „Außerdem berichte ich über die Aufgaben und die Arbeit von abgeordnetenwatch.de und lade besonders junge Erstwähler in diesem Superwahljahr zum Gespräch ein. Ich werde gerade eure Fragen zur Demokratie, den anstehenden Kommunal-, Bundestags- und Europawahlen in den Vordergrund stellen.“ Dementsprechend ist der Eintritt für alle Erstwählerinnen und Erstwähler frei. Ansonsten freut sich die Veranstalterin Edda Dietrich über einen Teilnahmebeitrag von 5 Euro und meint: „Gartenarbeit kann übrigens auch Freude machen.“